Somatisierungsstörungen (psychosomatische, somatoforme Störungen)

Unter somatoformen Störungen versteht man Störungen der körperlichen Funktionsabläufe an pathologisch-anatomisch intakten Organen, die eine psychische Ursache haben oder es besteht eine starke Diskrepanz zwischen den (geringen) organischen Befund und dem stark herabgesetzen Befinden des betroffenen Patienten. Rund 20 % der Patienten, die wegen körperlicher Beschwerden einen Arzt aufsuchen, leiden an somatoformen Störungen.

Die häufigsten Symptome sind:
Abgeschlagenheit, Schmerzen, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Beschwerden.
Fließende Übergänge bestehen zu anderen psychischen Störungen, insbesondere zu depressiven und Angststörungen.
Somatoforme Störungen sind in jeder weise „ernst zu nehmende“ Erkrankungen. Sie sind weder vorgetäuscht noch eingebildet. Oft werden somatoforme Störungen als körperliche Erkrankungen verkannt, falsch behandelt und werden dadurch chronifiziert.

Somatisierungsstörungen können entstehen, wenn durch psychosoziale Belastungen (z.B. Stress), alte, in der frühen Entwicklung angelegte körperliche Reaktionsmuster des vegetativen Nervensystems durch starke Gefühle aktiviert werden.
Die daraus resultierenden Organfunktionsstörungen sind dann ein körperlicher Ausdruck von heftigen Gefühlen, Gefühlsregungen, die nicht im Bewusstsein erlebt werden können oder dürfen. So ist z.B. ein „Körperschmerz“ oft ein „Seelenschmerz“.

Die Behandlung besteht häufig in einer begleitenden Psychotherapie. Insbesondere bei chronischen Schmerzsyndromen kann eine Therapie mit Antidepressiva hilfreich sein, da hinter chronischen Schmerzen oft auch eine Depression verborgen ist.

Weitere Informationen:

Literatur

  • Dr. med. Th. Weiß: Kursbuch Fibromyalgie

Internet