Bipolar-affektive Störung

Die bipolar affektive Störung ist gekennzeichnet durch eine phasenweise auftretende, nicht willentlich kontrollierbare zweigipflige Auslenkung der Stimmung, des Antriebs und der Aktivität zwischen den beiden Polen manisch und depressiv (Himmel- hoch-Jauchzend – Zu-Tode-betrübt).
Die manischen Episoden zeichnen sich durch eine überdurchschnittlich gehobene, euphorisch bis reizbare Stimmung aus. Der Antrieb ist gesteigert, der Tatendrang und die Ideen werden oft von kreativ tätigen Menschen als sehr belebend und angenehm empfunden. Dieses Zustandsbild entspricht einer hypomanischen Episode.
Die Antriebssteigerung kann jedoch auch in eine Rastlosigkeit übergehen.
Es werden schnelle Entscheidungen z.B. exzessive Käufe getätigt, die zu finanzieller Verausgabungen führen können.
Das Schlafbedürfnis sinkt, was jedoch nach einiger Zeit zu einer physischen und psychischen Erschöpfung und letztendlich in die Depression führen kann.
Die depressiven Episoden sind gekennzeichnet durch eine überdurchschnittlich gedrückte Stimmung, eine Verarmung des Antriebs, alltägliche Verrichtungen fallen sehr schwer (siehe auch Depressionen).

Eine depressive oder manische Episode kann durch äußere Auslöser z.B. Stress, lebensgeschichtlich gravierende Ereignisse ausgelöst werden, jedoch auch unabhängig von äußeren Faktoren auftreten.
Manchmal ereignet sich eine manische Episode nur einmalig, bei manchen Betroffenen gibt es jedoch einen häufigen Wechsel zwischen den beiden Stimmungs-Polen. Kommt es innerhalb eine Jahres 4 x zu einem Phasenwechsel spricht man von rapid cycling.

Man unterscheidet die

  • Bipolar I-Störung: nach einer manischen Episode, die mindestens 7 -14 Tage andauert, tritt eine depressive Episode auf.
  • Bipolar II-Störung: nach einer depressiven Episode tritt eine hypomanische oder das Vollbild einer manischen Episode auf.

Während der hypomanischen und manischen Episoden bestehen häufig kein Leidensdruck und keine Behandlungsmotivation, es kann jedoch zu einer Steigerung bis in das Vollbild einer Manie oder zu einem raschen Wechsel in die Depression bis hin zu einer suizidalen Krise kommen.

Als Ursachen der bipolar-affektiven Störung nimmt man an, dass biologische Faktoren z.B. eine Dysbalance der Neurotransmitter-Systeme zwischen den Botenstoffen Serotronin, Dopamin und Noradrenalin im Gehirn eine große Rolle spielen.
Man kann eine familiäre Häufung für bipolaren Störungen beobachten, aber es handelt sich nicht um eine Erbkrankheit im engeren Sinne.

Eine medikamentöse Therapie zur Phasenprophylaxe mit einem stimmungsstabilisierenden Medikament (z.B. Lithium, Valproinsäure, Lamotrigin, Quetiapin) ist oft erforderlich insbesondere bei häufigem Phasenwechseln.
Bei häufigen, schweren depressiven Episoden ist zusätzlich ein Antidepressivum erforderlich.
Eine Psychotherapie kann zur Unterstützung und zur Krankheitsbewältigung hilfreich und erforderlich sein.

Weitere Informationen:

Literatur

  • M.R. Basco: Manie und Depression: Selbsthilfe bei bipolaren Störungen

Internet