Angsterkrankungen

Angst bewirkt einen Stress-Reaktions-Prozess im Gehirn, der die Voraussetzung schafft für eine Anpassungsreaktion auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene.
Angst ist ein affektiver Zustand, der mit dem Gefühl einhergeht, bedrängt oder bedroht zu sein und der mit dadurch hervorgerufenen körperlichen Begleiterscheinungen verbunden ist.
Ohne Angst und die durch sie getriggerten körperlichen Reaktionen hätte der Mensch entwicklungsgeschichtlich nicht überlebt und wären von den Fressfeinden ausgerottet worden.
Bei einer objektivierbaren Gefahr oder Bedrohung handelt es sich um reale Angst.
Bei einer Angsterkrankung bestehen irrationale, „übertriebene“ Ängste, die häufig mit folgenden Körpersymptomen einhergehen:
Schwindel, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Schwitzen, inneres und/oder äußeres Zittern.

Man unterscheidet:

Panikattacken:

  • Wiederkehrende Angstanfälle und Vernichtungsgefühle, die mehrere Minuten oder bis zu einer Stunde andauern können.

Generalisierte Angststörung:

  • Diffuse, ungebundene Ängste, für die ein äußerer Auslöserreiz nicht erkennbar ist.

Phobien:

An einen Auslöser gebundene Ängste, bei denen die angstauslösenden Reize bzw. Bedingungen vermieden werden können z.B.:

  • soziale Phobie: Angst vor sozialen Situationen
  • Agoraphobie: Angst sich auf die Straße, öffentliches Gelände zu begeben
  • Klaustrophobie: Angst in engen Räumen z.B. öffentliche Verkehrmittel, Fahrstühle

Angsterkrankungen gehen häufig mit Depressionen einher und führen oft wegen der angstlösenden Wirkung zum Alkohol- Tabletten- und Drogenmissbrauch.
Angsterkrankungen können gut mittels Verhaltenstherapie behandelt werden. In schweren Fällen mit zusätzlichen psychischen Störungen werden auch Psychopharmaka ohne Abhängigkeitsrisiko eingesetzt.

Weitere Informationen:

Literatur

  • B. Bandelow: Das Angstbuch

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